Praxis für physikalische Therapie Söhngen in Pfungstadt
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Wichtige Fragen von Patienten


Sind physiotherapeutische Maßnahmen Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherungen?

Die Kassen bezahlen, wenn ein Arzt die Behandlung verordnet hat. Die meisten physiotherapeutischen Maßnahmen zahlen die Krankenkassen, wenn ein Arzt sie verordnet hat. Damit die Leistung bezahlt wird, müssen Verordnungen für Patienten, die bei einer gesetzlichen Krankenkasse versichert sind, z. B. bei AOK, IKK, BKK, LKK, DAK, BEK, TK - um hier nur die häufigsten Versicherungen zu nennen - von einem Kassenarzt, z. B. dem Hausarzt oder einem Facharzt, stammen.

Welche Maßnahmen bezahlt werden oder nicht, das hängt von den so genannten Heilmittelrichtlinien ab, die Ärzte und Krankenkassen gemeinsam im dafür zuständigen Bundesausschuss der Ärzte und Krankenkassen erstellen und die vom Bundesgesundheitsministerium akzeptiert sein müssen. Seit dem 1. Juli 2004 gelten für die Verordnung von Heilmitteln neue Regelungen. Ein so genannter Heilmittelkatalog listet alle Heilmittel auf, die der Arzt zu Lasten der Krankenkasse verordnen darf. Der Katalog gilt für gesetzlich Krankenversicherte.

Ganz allgemein werden folgende Therapiemittelgruppen bezahlt:

  • Massagetherapie, z. B. Klassische Massagetherapie, Bindegewebsmassage, Colonmassage, Segment- u. Periostmassage, Manuelle Lymphdrainage, Traktionsbehandlung.
  • Bewegungstherapie, z. B. Krankengymnastik, auch nach Bobath oder Vojta bzw. Propriozeptive Neuromuskuläre Fazilitation (PNF), manuelle Therapie, Chirogymnastik und Übungsbehandlung.
  • Elektrotherapie, z. B. niederfrequente, mittelfrequente und hochfrequente Elektrotherapie, Elektrotherapie zur Behandlung von Lähmungen.
  • Thermotherapie, Wärmetherapie z. B. in Form von Heißluft, Packungen mit Peloiden wie Fango, Moor, Schlick, Paraffin. Kältetherapie in Form von Kaltpackungen, Kaltgas oder Kaltluft.
  • Neu: Ultraschalltherapie, Heiße Rolle und gerätegestützte Krankengymnastik. Diese Leistungen gab es bisher für gesetzlich Versicherte nicht (mehr) auf Rezept.


Nach welchen Kriterien wählt der Arzt das physiotherapeutische Mittel aus?

Der Arzt richtet die Verordnung nach seiner Diagnose. Die Verordnung von physiotherapeutischen Maßnahmen, die von den Krankenkassen bezahlt werden, setzt eine Krankheit und Diagnose voraus. Bei bestehender Erkrankung wird der verordnende Arzt sich bei der Auswahl des richtigen physiotherapeutischen Mittels nach seinem Untersuchungsbefund richten. Stellt er z. B. durch seine Untersuchung fest, dass die Beschwerden am ehesten durch schmerzhafte Verspannungen der Muskeln bedingt werden, so wird er in der Regel eine Massagetherapie verordnen. Wenn er aber feststellt, dass eine schmerzende Gelenkstörung vorliegt, wird er im Regelfall eine Krankengymnastik per Rezept verordnen. Entsprechend ist der neue Heilmittelkatalog aufgebaut: Welche(s) Heilmittel der Arzt verordnen kann, richtet sich nach der Leitsymptomatik - also den Beschwerden - des Patienten, der Diagnose des Arztes und nach dem Therapieziel. Bei komplexen Krankheitsbildern kann der Arzt auch mehrere Heilmittel kombinieren.

Nur wenn die physiotherapeutische Maßnahme auf einem speziellen Rezept verordnet wurde, kann der Patient mit diesem Rezept zu einem Physiotherapeuten gehen, der dann diese verordneten Maßnahmen durchführt. Gleichzeitig mit dem neuen Heilmittelkatalog gab es zum 1. Juli 2004 auch neue Rezepte. Die neuen Heilmittelverordnungen im DIN A5-Format lösen die alten Rezepte ab.


Kann der Arzt physiotherapeutische Methoden zur Vorbeugung verordnen?

Nein. Physiotherapie als Präventionsleistung wird von den Krankenkassen nicht bezahlt. Allerdings bieten heute viele Krankenkassen vorbeugende Gruppentherapie-Maßnahmen an, z. B. in Form der so genannten "Rückenschulungen". Im Sinne der Vorbeugung müssen auch die so genannten Badekuren angesehen werden, die die Krankenkassen bezuschussen. Im Rahmen solcher Badekuren kommen natürlich v. a. auch physiotherapeutische Maßnahmen zur Anwendung. Als Beispiel kann hier die Kneipp-Kur genannt werden, die zumeist die im Fokus aufgeführten hydrotherapeutischen Maßnahmen enthält, darüber hinaus aber auch Anleitungen zu gesunder Ernährung, Bewegung und Entspannung. Im Übrigen kann man sowohl einer drohenden Erkrankung vorbeugen, aber auch bei bestehender Erkrankung eine Verschlimmerung verhindern.


Wie viele Anwendungen bezahlt die Krankenkasse?

Physiotherapeutische Anwendungen sind durch ein Budget begrenzt. Im Prinzip richtet sich eine jede Verordnung - ganz gleichgültig, ob es sich um Medikamente oder physiotherapeutische Maßnahmen handelt - nach Schwere und Ausprägung und nach der Prognose eines Krankheitsverlaufs. Wie viele und welche Behandlungen der Arzt "im Regelfall" verordnen darf, das legen die Heilmittelrichtlinien fest. Die Informationen darüber und Empfehlungen über die Häufigkeit der Behandlung pro Woche stehen im Heilmittelkatalog. Meist sieht der Katalog für die so genannte Erstverordnung sechs Anwendungen vor. Damit soll das Therapieziel erreicht werden. Ist das nicht möglich, kann der Arzt bis zu zwei Folgeverordnungen ausstellen. Dazu muss er den Bericht des Physiotherapeuten heranziehen. Haben sich nach der maximal möglichen Zahl an Behandlungen die Beschwerden des Patienten noch nicht ausreichend gebessert, so muss er vor einem "neuen Regelfall" eine Pause von 12 Wochen einlegen. Bei bestimmten schweren bzw. chronischen Erkrankungen kann der Arzt eine "VADR" (Verordnung außerhalb des Regelfalls) ausstellen.

Will der Arzt aus medizinischen Gründen vom Regelfall abweichen, muss er das auf dem Rezept angeben. Der Patient braucht für dieses Rezept dann eine Genehmigung seiner Krankenkasse.

Die angesprochenen Begrenzungen rühren heute vor allem aber daher, dass die verordnenden Ärzte für die Menge ihrer Verordnungen haften. Das heißt, sie haben ein Budget für die Verordnung von physiotherapeutischen Anwendungen, welches sie per Gesetz nicht überschreiten dürfen.
Überschreiten sie nun dieses Budget, so kann die Krankenkasse von ihnen das zu viel ausgegebene Geld zurückfordern. Hierbei bezieht sich das Budget nicht auf den einzelnen Patienten, sondern es zählt immer nur die Gesamtverordnungsmenge pro Arzt für alle seine Patienten. Das Gleiche gilt übrigens auch bei der Verordnung von Medikamenten. Das Dilemma der so genannten Budgetierung ist also der eigentliche Grund, warum das Thema der "Leistungsbegrenzung" in unserem Gesundheitssystem eine immer größere Rolle spielt.


Was müssen Privatpatienten beachten?

Privatpatienten benötigen eine ärztliche Verordnung, um die Hilfe von Physiotherapeuten in Anspruch nehmen zu können. Die Verordnung erfolgt dann auf einem Privatrezept, mit dem der Patient den Therapeuten aufsucht. Vor Beginn der Behandlung wird mit dem Patienten eine Honorarvereinbarung getroffen. Nach Abschluss der Behandlung erhält der Privatpatient eine Rechnung vom Physiotherapeuten, die er bezahlen muss. Diese Rechnung reicht der Privatpatient zusammen mit dem Rezept bei seiner privaten Krankenversicherung ein.


Berufsgenossenschaftliche Leistungen

Wir sind Vertragspartner aller Berufsgenossenschaften. Für BG-Behandlungen sind von den Patienten keine Zuzahlungen zu leisten.


Müssen Kassenpatienten Zuzahlungen zu physiotherapeutischen Maßnahmen leisten?

§ 32 des 5. Sozialgesetzbuches legt fest, dass alle Patienten ab dem 18. Lebensjahr 10,00 € Verordnungsgebühr pro Verordnung plus 10 % der Behandlungskosten zahlen müssen.Ausnahmen davon regeln §61 und §62 des 5. Sozialgesetzbuches. Sie sollen verhindern, dass die Zuzahlungen Patienten unzumutbar belasten mit der teilweise gefährlichen Folge, dass die Patienten erforderliche Behandlungen nicht wahrnehmen. Ein Beispiel: Versicherte Patienten, die wegen derselben Krankheit in Dauerbehandlung sind und ein Jahr lang Zuzahlungen in Höhe von einem Prozent ihres Jahres-Brutto-Gehaltes geleistet haben, können von den Krankenkassen von der Zuzahlung befreit werden. Es ist daher sehr empfehlenswert, sich alle Zuzahlungen quittieren zu lassen, ganz gleichgültig, ob man diese in der Apotheke, beim Physiotherapeuten, Orthopädieschuster oder -techniker oder auch bei Krankenhausaufenthalten gezahlt hat. Ein Quittungsheft erhält man bei den Krankenkassen oder häufig auch in den Apotheken.

Informieren Sie sich bei Ihrer Krankenkasse!


 
 


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